Foraging oder auch die Versorgung mit notwendigen Lebensmitteln
Es ist die Jahreszeit, in der üppige Gemüsegärten anfangen erste Erträge zu liefern und in der blühende Bäume die Ernte von sonnengereiftem Obst ankündigen. Es ist die Jahreszeit, in der in der Natur Wildkräuter und Wildpflanzen sprießen, die einst bei der Ernährung von Bauern und Bergbewohnern eine große Rolle spielten. Heute haben wir gelernt, die Natur zu zähmen und uns mit mehr oder weniger intensivem Anbau immer besser zu versorgen, und nennen es Foraging, fast schon ein Freizeittrend, der eigentlich ganz alte Wurzeln hat. Wildkräuter, die zu vielen Zeiten Lebensgrundlage bei der Ernährung waren, als Heilmittel für Mensch und Tier und zur Konservierung von Speisen dienten, heißen auf Italienisch auch „piante alimurgiche" (Hungersnot lindernde Pflanzen), was sich vom Lateinischen alimenta urgentia ableitet. Wildkräuter, Beeren, Harze und Blumen, deren Kenntnis von Generation zu Generation, vor allem von Frauen, im Guten wie im Bösen mit zahlreichen Legenden über Wunder mündlich weitergegeben wurde. Ein Wissen, das den Rhythmus der Natur respektiert, da die Ernte genau zu dem Zeitpunkt erfolgt, an dem die Natur dazu bereit ist, in einer perfekt ausgewogenen Beziehung zwischen Mensch und Umwelt.