Ich habe im Wind die Stimmen der Apfelbäume und Reben gehört.
Sie erzählten von den Frostnächten im Mai und den Sommerhagelstürmen, die sie überwältigt haben. Sie berichteten von großen Mühen, aber auch von schönen Geschichten: Es gibt Menschen, die verstanden haben. Die Biodiversität steht im Mittelpunkt, und wir, die kleinen Samen, sind Teil eines Systems. Deshalb lassen sie Mohnblumen und Vergissmeinnicht in den Getreidefeldern blühen, wechseln die Anbaukulturen ab, lassen die Blätter an den Reben, um die Trauben vor der sengenden Sonne zu schützen, und pflanzen andere Pflanzen zwischen die Rebzeilen, damit sie Schatten spenden.
Sie suchen nach alten Sorten, die oft widerstandsfähiger sind und notwendig, um die Produktion zu diversifizieren: vergessene Äpfel mit würzigen und aromatischen Aromen, die Geschichten erzählen und Zeugen von Widerstandspraktiken in einem Land aus Tälern und Bergen sind. Ein Land, das in den Händen seiner Bauern lebt. Die Landwirte – ich habe es gesehen – sind geduldig und beständig, sie fürchten weder das Wetter noch die harte Arbeit: Sie sind die tiefste Würde unserer Gemeinschaften.
Ich habe sie aber auch manchmal klagen gehörent, weil diejenigen, die gesund und gerecht produzieren, auf dem Markt oft Schwierigkeiten haben. Also haben sie sich organisiert, die Trentiner – in Genossenschaften, Einkaufsgemeinschaften, Solidaritätsnetzwerken –, um Landwirte und Produzenten, die die Werte von Verantwortung und sozialer sowie ökologischer Nachhaltigkeit teilen, miteinander zu verbinden. Gemeinsam sind sie stärker, und durch den Austausch können sie erfolgreiche Praktiken aufwerten und verbreiten, damit sie nach und nach zur Normalität werden.
Das ist die Geschichte von Slow Food, des Produzentennetzwerks Deges, der Solidarkreise Trentina, der Föderation der biologischen und biodynamischen Bauern, der Biodistrikte und vieler, vieler anderer, die in den Tälern verwurzelt und an den Hängen unserer Berge verankert sind. Oft handelt es sich dabei auch um Vereine, die Ausbildungen anbieten, zuhören und aufklären.
Ein Beispiel ist GoEver, das sich neben der Förderung des Anbaus von biologischen und lokalen Getreidesorten in ganz Trentino auch für die Wiederbelebung alter Getreidesorten sowie die Wiedergewinnung von Randflächen und die Verbesserung der landwirtschaftlichen Landschaft und der Biodiversität einsetzt. Es arbeitet zusammen mit vielen lokalen Organisationen wie Val Bio Cembra und dem Consorzio Tutela di Tenno an der Verbindung von Landwirtschaft und Tourismus – eine grundlegende Beziehung, um Samen wie mich zu schützen, die mit großer Sorgfalt, Aufmerksamkeit und Mühe angebaut werden.